Finale mit historischen Augenblicken

Und es kam "Tino vom Taxi", die Neuentdeckung des
letzten Jahres!
Es heißt immer, das zweite Jahr sei für Künstler
schwieriger als das erste, doch Tino Selbach beweist das Gegenteil.
Der ausgebildete Opernsänger nimmt sich "I will
survive" genauso vor wie "Walking on sunshine" von
Kathrina & The Waves. Eine türkische Nummer
unterstützt er mit gekonntem Hüftschwung - die Damen im
Saal flippen förmlich aus. Mit seiner Performance auf derart
hohem Niveau kann er es sich erlauben, Witze aus der
schärfsten Schublade zu bringen, ohne dass jemand verstimmt
ist: "Kardinal Meisner ist die Rache Gottes für die
Sünden dieser Stadt." Das Sartory fällt Tino vom
Taxi zu Füßen, als er singt "Time to
say...ALAAF!" Stehende Ovationen.
Und ein historischer karnevalistischer Moment begann: dem Duo
"Schlabber & Latz", das nach diesem unglaublichen
Tino vom Taxi kam, ist es gelungen, den Auftritt von Tino glatt
vergessen zu lassen!
Mit einem denkwürdigen Auftritt, dem lustigsten, den der
Kölner Karneval in den letzten Jahren erlebt hat - von wem
auch immer! Es fing noch harmlos an: der Kluge doziert über
ein esoterisches Wellness-Programm für holländische
Gäste, der Doofe übersetzt auf
Küchen-Holländisch, das Programm bestehe aus
"hampele und s-trampele, holpere un s-tolpere, klimpere un
pimpere..."
Danach nimmt das Programm an Fahrt auf mit den
"Zipperlein" in der Midlife Crisis, die gar nicht mehr
aufhören. Unvergleichlich, wie sich die beiden an ihren
Dialogen hochschaukeln. Das ist pure Comedy. Glückwunsch an
Bernd Horbach und Dieter Baumanns! Sie haben in drei Jahren beim
Literarischen Komitee ihre Form gefunden. Jetzt kann es losgehen,
im Haifisch-Becken "Kölner Karneval"!
Nach den furiosen Auftritten von Tino vom Taxi und dem Duo Schlabber & Latz hatten es die "Kölsche Adler" naturgemäß schwer, die Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Die Gruppe ist neu im Literarischen Komitee, und dass sie die Schlussnummer bilden durfte, deutet darauf hin, dass das Komitee ihr viel zutraut. Der Sound der 9-Mann-Live-Band war insgesamt in Ordnung, lediglich Schlagzeug und Gesang waren etwas zu weit im Hintergrund.
Der Vorstellabend des Literarischen Komitees ging zu Ende - er war reich an Highlights: die jungen Rednertalente, die Gruppe "Kölschraum" das "Vingströschen", Knittler, Elke Breu, der "Schofför", Tino vom Taxi, Schlabber & Latz.








