Publikumsschwund nach Tonpanne

Was tun, wenn der Zeitplan durch höhere Gewalt ins Wanken
gerät? Um Null Uhr sollte doch Schluss sein, in Mülheim.
Die selbstgesteckte Deadline geriet in Gefahr.
Denn die "Häckenjecks" hat es böse erwischt. Ahnungslos
betreten sie die Bühne und haben keinen Saft. Keine E-Gitarre,
kein Mikro, keine aufgeblasene Gummipuppe. Nur das Licht eines
Stroboskop-Stakkatos. 10 Minuten lang improvisierten die vier
Musiker wie in einem Stummfilm.
Als der Strom dann da war, legten sie mit einem üblen
Schrott-Sound los, "Teenage in Love" im Kölschen
Rockabilly-Gewand war die erste erkennbare Melodie zum Mitsingen.
Das "Tost-Brot"-Lied samt Choreo ist abgedreht genug, um ein Hit
für Häckenjeck-Fans zu werden.
Den Abschluss bildete die Gruppe "Palm". Seit sie vom
früheren Höhner-Gitarristen Ralle Rudnik gefördert
werden, klingen sie viel rockiger und haben eine professionellere
Bühnenpräsenz. Dazu kommt Dirk Unglaubens druckvoller
Gesang. Diese Stilmittel passen allerdings nicht sonderlich gut zu
einem Kölschen Schunkelwalzer!
Das dritte Lied von "Palm" erinnerte musikalisch an "Colonia" von
den Räubern und "Unser Herrjott em Himmel muss ne Kölsche
sin" von den Kribbelköpp.
Schade war, dass bei "Palm" der Saal nur noch zu einem Drittel
besetzt war - die Gruppe hätte mehr Zuschauer verdient
gehabt.
Dabei war es noch nicht einmal Mitternacht.








